Web 2.0 in der Studie “Elektronischer Geschäftsverkehr in Mittelstand und Handwerk 2008″
14. Januar 2009
Das E-Commerce-Center Handel am Institut für Handelsforschung Köln
www.ecc-handel.de hat im Dezember 2008 eine Studie zum Thema “Elektronischer Geschäftsverkehr in Mittelstand und Handwerk 2008″ heraugegeben. Die Studie aus den Ergebnissen der 2.660 Teilnehmer umfassenden Befragung steht kostenlos (E-Mail-Adresse erforderlich) als PDF auf der Website zur Verfügung.
Ein wichtige Aussage der Studie ist: Der Mittelstand betrachtet Web 2.0 skeptisch. So heißt es auf Seite 28:
“Bislang nutzen erst wenige kleinere Unternehmen Web 2.0-Anwendungen. „News-Feeds“ (Einsatz von 17,3 % der Befragten) sind die am häufigsten integrierten Web 2.0-Dienste, dicht gefolgt von der Visualisierung von Schlagworten mittels „Tag-Wolke“ mit 14,3 % und „Sozialen Netzwerken/Communities“ mit 13,7 % (siehe Abbildung 13). Die Anwendungen „Interaktive Bewertungssysteme“, „Blogs“, „Foren“ und „Video Portale“ sind bisher lediglich in Ausnahmefällen in die betrieblichen Abläufe integriert.”
und weiter auf Seite 29:
“Die Gründe für die bisherige mangelhafte Integration von Web 2.0-Anwendungen und -Diensten in KMU werden durch Abbildung 14 schnell deutlich. Bislang messen die befragten Unternehmen Web 2.0 schlicht eine sehr geringe Bedeutung bei. Auf einer Skala von 1 „keine Bedeutung“ bis 5 „Sehr große Bedeutung“ erreichen lediglich News-Feeds, Tag-Wolken und soziale Netzwerke einen Durchschnittswert geringfügig über dem Skalenwert 2 (=“geringe Bedeutung“).”
Nun, aus meiner Sicht lässt sich das zum Teil mit der rasanten Entwicklung der Web-Technologien als objektive Ursache erklären.
Auf Seite 31 kommt jedoch die Katze aus dem Sack:
“Web 2.0-Dienste und -Anwendungen bieten jedoch für Unternehmen nicht nur Chancen, sie können auch Risiken mit sich bringen. Abbildung 16 zeigt, dass mehr als die Hälfte (58,2 %) der befragten KMU in Web 2.0 entsprechende Gefahren und Risiken erkennen.”
und weiter:
“So sind insbesondere Fälle von Datenmissbrauch, Scheinbewertungen oder gezielten Fehlinformationen in Foren und Blogs immer wieder Gegenstand einer kritischen Diskussion. Insbesondere die rechtlichen Risiken (84,0 %) und die Gefahr des Missbrauchs durch externe Nutzer (82,6 %) sehen die befragten Unternehmen mit deutlichem Abstand als größtes Risiko von Web 2.0-Diensten und -Anwendungen an.”
Offenbar sind also die rechtlichen Risiken das wirkliche Dilemma. Ich gehe davon aus, dass damit insbesondere die Risiken gemeint sind, die mit Abmahnungen verbunden sind.
Das halte ich für ein fatales Signal - gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
Einen Kommentar zu “Web 2.0 in der Studie “Elektronischer Geschäftsverkehr in Mittelstand und Handwerk 2008″”
Einen Kommentar schreiben
Die Angaben mit * sind erforderlich.
[…] Web 2.0 in der Studie “Elektronischer Geschäftsverkehr in … […]